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Neues Europäisches Bauhaus

Für Fragen rund um die Themen und Aufgaben des Nationalen Kontaktpunkts schreiben Sie uns gerne eine E-Mail: neb@bundesstiftung-bauakademie.de Ansprechpartner*innen: Sarah Reiche (sie/ihr), Abhinav Thakar (er/ihm)  Folgen Sie uns auch auf Instagram und LinkedIn. Sie haben Fragen zu den Fördermöglichkeiten der NEB Facility in Horizont Europa? Die Kolleg*innen der Nationalen Kontaktstelle Neues Europäisches Bauhaus (NKS NEB), beraten Sie gerne: nks-neb@ptj.de Weitere Informationen auf der Website der Nationalen Kontaktstelle. 

Transformationsbarometer

Kerstin Faber Leiterin Programmbereich T 030-9940596-26 M kerstin.faber(at)bundesstiftung-bauakademie.de

Zentrale Erkenntnisse

Bestandserhalt und Neubau Der Bestandserhalt prägt einen Großteil der Baupraxis, ist aber strukturell benachteiligt. Der zentrale Bremsklotz ist die Neubau-Logik im Bestand. Mehrkosten im Bestand sind teils systemisch und verlangen frühe Risikoklärung.  Reduktion von CO2-Emissionen „Einfaches Bauen“ gilt als eine Schlüsselstrategie, ist aber teilweise nicht ausreichend abgesichert. CO2-Reduktion wird als Lebenszyklus- und Materialfrage verstanden, aber selten konsequent gesteuert. Bremsen des energetischen Umbaus liegen oft in Umsetzungsbedingungen.  Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft Recycling ist etabliert, Verfügbarkeit von Sekundärmaterial ist Voraussetzung für Recycling und Wiederverwendung. Abfallrecht und Einzelfallprüfungen erschweren Wiederverwendung und Recycling in der Skalierung. Nachwachsende Baustoffe gelten als Klima- und Ressourcenschutz, entscheidend sind Herkunft, Verfügbarkeit und langfristige Nutzung. Die öffentliche Hand kann Vorreiterin sein, wird aber durch Vergabepraxis beschränkt.  Digitalisierung und KI Die Digitalisierung ist in der Bauwirtschaft etabliert, ihr Potenzial für den Klima- und Ressourcenschutz wird noch nicht genutzt. Digitalisierung wirkt mit guter Datenorganisation und klarer Verantwortung. KI gilt als Potenzial, Nutzung wird aber durch fehlendes Anwendungswissen gebremst.  Kompetenzen und Fachkräfte Qualifizierung ist ein struktureller Engpass. Fachkräfte und Transformationskompetenzen werden zur zentralen Voraussetzung der Transformation.  Alle ausführlichen Erkenntnisse finden Sie im PDF-Dokument.

Kompetenzen und Fachkräfte

Die quantitative Onlinebefragung ergab, dass das bestehende Qualifizierungsangebot zu den Schlüsselthemen der Bautransformation in vielen Bereichen Ausbau- und Entwicklungspotenzial aufweist. Daher wurde im Interview vertiefend gefragt, wie das Angebot weiter ausgebaut und entwickelt werden kann.  Aktualisierung und Spezialisierung  Angeregt wird, dass Kammern, Verbände und Institutionen verstärkt Weiterbildungsangebote zu aktuellen Bedarfen entwickeln und stärker externe Angebote anerkennen, um das Spektrum zu erweitern. Architekt*innen schlagen ein Qualitätsmanagement für Angebote vor sowie die engere Verknüpfung von Qualifizierungsmaßnahmen mit Praxisprojekten, um Wissen in neuen Themenfeldern anwendungsnah zu vermitteln. Motivation und Zugang  Bauingenieur*innen nennen als mögliche Ansätze Nachweispflichten für Weiterbildungen in bestimmten Themenfeldern sowie niedrigschwellige Formate wie Seminare on demand. Architekt*innen verweisen auf die Rolle einheitlicher Fortbildungspflichten und auf Zertifizierungen als motivationsstiftende Faktoren. Weiterbildung und Quereinstieg Aus Sicht der Interviewten aus dem Ausbaugewerbe fehlt es an hochwertigen Weiterbildungsangeboten und strukturierten Möglichkeiten für den Quereinstieg ins technische Handwerk. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wird angeregt, Weiterbildungsangebote so zu gestalten, dass sie auch fachfremden Personen einen Einstieg in die Thematik ermöglichen. Interne Aus- und Weiterbildung Viele Unternehmen bieten firmeneigene Aus- und Weiterbildungsangebote als Instrument an, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Weiterbildungsangebote werden besonders attraktiv, wenn sie Fähigkeiten zu Ressourcenschutz und Emissionsreduktion vermitteln, praxisnah im Projekt angewendet werden können und zu anerkannten Zertifikaten sowie klaren Entwicklungs- und Karriereperspektiven führen. Schnittstelle Schule und Praxis Befragte aus Architekturbüros und Unternehmen der Bauindustrie berichten von Kooperationen mit Hochschulen, um eigenes Praxiswissen in die Lehre einzubringen und zugleich qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Laut der Interviewpartner*innen aus der Baustoffindustrie übernehmen Unternehmen den Praxisteil dualer Studiengänge und betreuen Abschlussarbeiten. Betriebe des Bauhauptgewerbes kooperieren mit Schulen und bieten Praktika an, um frühzeitig Einblicke in berufliche Praxis zu ermöglichen. Die ausführliche Zusammenfassung der Interviews finden Sie im PDF-Dokument.

Kompetenzen und Fachkräfte - Interview: Ausbau und Fortentwicklung von Weiterbildung

Interview: Ausbau und Fortentwicklung von Weiterbildung

Kompetenzen und Fachkräfte

Qualifikationsbedarf Die Befragten geben an, dass in ihren Unternehmen ein Bedarf an weiteren Qualifizierungsmaßnahmen besteht — insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz (75 %) und beim Einsatz digitaler Werkzeuge und Systeme (72 %) sowie beim Einsatz recycelter Baustoffe und wiederverwendeter Bauteile (58 %). Architekturbüros zeigen darüber hinaus ein überdurchschnittlich hohes Qualifizierungsinteresse an Nachhaltigkeitsstrategien (65 %), sortenreinem bzw. komponentenarmem Bauen (64 %) und Ökobilanzierungen bzw. Lebenszyklusanalysen (64 %). Das bestehende Fortbildungsangebot weist in einigen Bereichen Ausbaupotenziale auf. Vor allem in den Themenbereichen Bauwerkstechnik (Heizen / Kühlen), Einsatz wiederverwendeter Bauteile und Einsatz ressourcenschonender Baustoffe besteht Entwicklungsbedarf, wobei die Bewertung der Angebote je Branchengruppe differenziert ausfällt. Als zukünftige konkrete Bedarfe der Qualifizierung werden von den Befragten selbst benannt: - Wissen über Baustoffe, Bauteile und Technologien, - Bilanzierungen und Lebenszyklus, - Digitalisierung und KI, - interdisziplinäres Denken und - Kommunikations- und Überzeugungsarbeit. Fachkräfte- und Nachwuchsmangel Durchschnittlich 72 % der befragten Unternehmen gibt Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften an. Probleme bei der Nachwuchsgewinnung verzeichnen durchschnittlich 59 % der Befragten. Überdurchschnittlich häufig sind die Gründe für fehlende Fachkräfte und Nachwuchsgewinnung ein Mangel an Bewerber*innen und eine unzureichende Qualifizierung bestehender Bewerber*innen. Bei der Fachkräftegewinnung werden darüber hinaus nicht zu erfüllende Gehaltserwartungen der Bewerber*innen (47 %), aber auch nicht zu erfüllende andere Anforderungen wie z. B. Arbeitszeiten, Homeoffice oder Work-Life-Balance als Gründe (46 %) genannt. In Bezug auf die Nachwuchsgewinnung zeigt die Befragung, dass vor allem die planenden Büros sich überdurchschnittlich häufig mit u. a. nicht zu erfüllenden Gehaltserwartungen der Bewerber*innen konfrontiert sehen (60 %), während die ausführenden Unternehmen häufiger von fehlendem Interesse am Beruf (62 %) berichten. Alle konkreten Fragen und Statistiken zu Antworten finden Sie im PDF-Dokument und auf dem Miroboard.