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Transformations­­barometer Bauwirtschaft 2025/26

Die Transformation hin zu ressourcenschonendem und emissionsarmem Planen und Bauen ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Mit dem Transformationsbarometer Bauwirtschaft 2025/26 liegt erstmals ein Instrument der Bundesstiftung Bauakademie gemeinsam mit den zentralen Verbänden und Kammern der Branche vor, welches den Wandel der Bauwirtschaft in Deutschland systematisch erfasst. Es dokumentiert den Status quo, bündelt Praxiserfahrungen und schafft Transparenz über die Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette Bau. Als wiederkehrende Erhebung im Zweijahresrhythmus soll es Entwicklungen sichtbar machen und den Transformationsprozess langfristig begleiten.

Die Dokumentation versammelt die Ergebnisse einer bundesweiten Onlinebefragung und ergänzender Einzelinterviews in fünf Transformationsfeldern: Bestandserhalt und Neubau, Reduktion von CO₂-Emissionen, Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie Kompetenzen und Fachkräfte. Die Onlinebefragung, an der sich 4.515 Unternehmen der deutschen Bauwirtschaft beteiligt haben, berücksichtigt die gesamte Wertschöpfungskette des Planens und Bauens. So entsteht ein branchenübergreifendes Bild vom Stand der Transformation, den Herausforderungen und den Erfahrungen der Akteur*innen. 

Im Ergebnis verdeutlicht das erste Transformationsbarometer die Bereitschaft und den Gestaltungswillen der Bauwirtschaft, aktiv Verantwortung für die Bautransformation zu übernehmen. Zugleich wird deutlich, dass der Wandel noch an Fahrt gewinnen muss, um die ambitionierten Klima- und Ressourcenschutzziele der Bundesrepublik Deutschland zu erreichen.

Das Transformationsbarometer Bauwirtschaft 2025/26 liefert eine fundierte Momentaufnahme zum Stand der Transformation hin zum ressourcenschonenden und emissionsarmen Planen und Bauen.

Was ist das Ziel des Transformationsbarometer?

Die Transformation erfordert einen grundlegenden Wandel hin zu einem ressourcenschonenden, emissionsarmen Planen und Bauen. Die Umsetzung betrifft alle Akteur*innen der Bauwirtschaft — von der Planung über die Materialproduktion bis hin zur Ausführung, Sanierung und Instandhaltung. Der Wandel der sehr vielgestaltigen Bauwirtschaft setzt voraus, dass alle Beteiligten auf Basis ihrer Kompetenzen ein gemeinsames Verständnis für die jeweiligen Ziele, Herausforderungen und Bedürfnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickeln. Erst wenn die Akteur*innen die Perspektiven des jeweils anderen nachvollziehen und einordnen können, entsteht die Grundlage für eine zielgerichtete Kooperation und ein abgestimmtes Vorgehen. 

Genau hier setzt das Transformationsbarometer Bauwirtschaft selbst an: Es schafft durch die Kooperation Transparenz über zentrale Belange der Branche, bietet eine Plattform des Austausches und damit einen wichtigen Ausgangspunkt, um gemeinsame Zielsetzungen zu definieren und die Zusammenarbeit systematisch zu stärken. Dazu erfasst es den Status quo des Wandels, aber auch Erfahrungen aus der Praxis und ermöglicht so einen faktenbasierten Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Datenerhebung erfolgt auf Grundlage einer Onlinebefragung sowie ergänzender Einzelinterviews. Die Ergebnisse spiegeln die Angaben der befragten Unternehmen wider.

Wer ist beteiligt?

Die Untersuchung wurde 2025 / 26 erstmals von der Bundesstiftung Bauakademie (BSBA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gemeinsam mit den folgenden Kammern und Verbänden durchgeführt:

  • Bundesarchitektenkammer (BAK)
  • Bundesingenieurkammer (BIngK)
  • Bundesverband Baustoffe — Steine und Erden (BBS)
  • Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)
  • Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)
  • Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Auf diese Weise wurde gewährleistet, dass die Ergebnisse ein breites Spektrum der Planungs- und Baubranche repräsentieren.

Das Barometer fördert zugleich den Austausch darüber, wie die unterschiedlichen Akteur*innen und die Bundesstiftung einander bei der Umsetzung der Transformation unterstützen können.

Wie wurde die quantitative Befragung durchgeführt?

Die quantitative Befragung wurde online durchgeführt und erfolgte zwischen Mai und September 2025. Hierzu luden die beteiligten Kammern und Verbände ihre Mitgliedsunternehmen zur Mitwirkung an der Befragung ein. Die wissenschaftliche Begleitung der Erhebung erfolgte durch das Sozial- und Marktforschungsinstitut Reiß & Hommerich.

Im Mittelpunkt der quantitativen Onlinebefragung standen rund 20 Fragen zu folgenden Transformationsfeldern, die als Ja- / Nein-Fragen, Skalenfragen sowie Fragen mit fest vorgegebenen Antwortkategorien ausgestaltet waren. 

1. Bestandserhalt und Neubau: Gefragt wurde nach dem Anteil von Erhalt und Abriss, den Gründen für Abriss und Hemmnisse der Bestandsentwicklung.

2. Reduktion von CO₂-Emissionen: Die Befragung befasste sich hier mit Strategien zur Verringerung von Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau.

3. Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft: Erfragt wurde, welche Rolle nachwachsende Rohstoffe, Recycling und Wiederverwendung spielen und welche Hürden bestehen.

4. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Die Befragung erfasste, wie weit die Digitalisierung die Transformation unterstützt und welche Chancen oder Hemmnisse die Akteur*innen in diesem Zusammenhang wahrnehmen.

5. Kompetenzen und Fachkräfte: Die Befragung untersuchte, welche Qualifikationen, Ausbildungsstrategien und neuen Berufsprofile für die Bautransformation erforderlich sind.

Wie wurden die qualitativen Einzelinterviews durchgeführt?

Im Anschluss an die quantitative Onlinebefragung wurden mit insgesamt 30 Interviewpartner*innen, die zuvor an der Onlinebefragung teilgenommen und sich für ein Interview bereit erklärt hatten, telefonische qualitative Einzelinterviews durchgeführt. Während die quantitative Erhebung den Status quo der Transformationsprozesse abbildet, ermöglichten die qualitativen Interviews einen vertieften und differenzierten Einblick in die Einschätzungen, Erfahrungen und strategischen Perspektiven der Unternehmen. Grundlage der Interviews bildeten Fragen, die gezielt an ausgewählte Ergebnisse der quantitativen Onlinebefragung anknüpften und diese reflektierten.

Die Ergebnisse des qualitativen Befragungsteils spiegeln die zentralen Aussagen der Befragten aus den Interviews wider. Sie wurden in Form anonymisierter textlicher Zusammenfassungen in den Bericht integriert. Berücksichtigt sind insbesondere mehrfach genannte Aussagen. Die Durchführung der qualitativen Einzelinterviews erfolgte durch die Journalistin Tina Veihelmann im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2025.