Themenfelder
Die Bundesstiftung Bauakademie ist eine Institution für die Zukunft des Bauens. Ihr Wirken zielt auf die Unterstützung der erforderlichen Transformationsprozesse im Planen und Bauen hin zu einer nachhaltigen Baupraxis.
Die Baubranche ist im Umbruch. Strengere Klimaschutzvorgaben, zukunftsorientierte Nachhaltigkeitskonzepte und neue Verfahren der Digitalisierung verändern alle Bereiche des Bauens grundlegend – vom Planen bis zur Nutzung von Gebäuden. Entlang ihrer drei Profillinien Digitalisierung/Automatisierung, Bestandserhalt/Kreislaufwirtschaft und Stadtentwicklung/Immobilienwirtschaft entwickelt die Bundesstiftung Bauakademie Formate, in denen die Bauwende in die gesamte Wertschöpfungskette des Planens und Bauens gebracht wird.
Der Fokus liegt hierbei auf Reallaboren, in denen in einem breiten Netzwerk aus Akteur*innen und Projektpartner*innen konkrete Umsetzungsergebnisse erprobt werden, die zwischen Forschung, Bauwirtschaft, Baupolitik und den planenden Berufen Transformationsprozesse vermitteln. Begleitet werden die Reallabore von verschiedenen Arbeitsformaten, wie Thinktanks und Working Groups sowie von Veranstaltungen. Die Bundesstiftung Bauakademie und ihr Gebäude werden für die Beteiligten der Wertschöpfungskette Bau neutrale und barrierefrei zugängliche Ansprechpartnerin und Ort.
Profillinien
Zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen durch den Klimawandel ist für die Bauindustrie ein höherer Grad an Digitalisierung essenziell. Im Vergleich zu anderen Industriezweigen steht die Bauindustrie bei der Digitalisierung weiterhin am Anfang, was sich unter anderem in der Arbeitsproduktivität und in vielfach fragmentierten Planungs-, Bau- und Betriebsprozessen niederschlägt. Auch die Anwendung kooperativer Arbeitsmethoden wie BIM (Building Information Modeling) auf Basis digitaler Bauwerksmodelle kommt nur langsam voran.
Gleichzeitig eröffnen besser verfügbare und verknüpfbare Daten, interoperable Standards, automatisierte Prozesse und künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten für effizientere, ressourcenschonendere und besser vernetzte Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse. Aufgabe der Bundesstiftung Bauakademie ist es, bestehende Hemmnisse zu identifizieren und gemeinsam mit den beteiligten Akteuren die notwendigen technischen, organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen für eine breitere Anwendung digitaler Lösungen weiterzuentwickeln.
Der Erhalt und die Weiterentwicklung des Gebäudebestands sowie der Übergang zu einer zirkulären Bau- und Immobilienwirtschaft sind zentrale Bausteine für Klimaschutz und Ressourcenschonung. Bestehende Gebäude möglichst lange zu nutzen, umzubauen, weiterzuentwickeln und energetisch zu ertüchtigen, vermeidet Treibhausgasemissionen und den Verbrauch zusätzlicher Ressourcen. Zugleich müssen Baumaterialien und Bauprodukte zunehmend wiederverwendet, weitergenutzt oder hochwertig verwertet und Stoffkreisläufe geschlossen werden.
Für die Bundesstiftung Bauakademie gilt es, Hemmnisse für Bestandserhalt, Umbau und zirkuläres Bauen entlang der Wertschöpfungskette zu identifizieren, neue Lösungsansätze in die Praxis zu vermitteln und ihre breitere Anwendung zu unterstützen. Dazu bringt sie Akteure aus Planung, Bau- und Immobilienwirtschaft, Forschung, Politik und Verwaltung zusammen und fördert die Entwicklung übertragbarer Prozesse und strategischer Partnerschaften.
Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten, wo ca. zwei Drittel des globalen Energieverbrauchs verursacht und ca. 70% der menschengemachten Treibhausgasemissionen erzeugt werden. Die Transformation des urbanen Raums ist daher ein Schlüssel zur Erreichung der globalen Klimaschutzziele. Einer der wichtigsten Bausteine liegt in der klima- und ressourcenschonenden Entwicklung städtischer Quartiere und Gebäude.
Auf Quartiersebene können Gebäudebestände, Energieinfrastrukturen, Mobilität und Freiräume integriert betrachtet und weiterentwickelt werden. Zugleich bestimmen Investitions-, Eigentums- und Bewirtschaftungsentscheidungen der Immobilienwirtschaft wesentlich mit, wie schnell diese Transformation gelingt. Die Bundesstiftung Bauakademie bringt deshalb Akteure aus Kommunen, Planung, Immobilienwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um neue Lösungsansätze zu erproben, unterschiedliche Interessen auszuhandeln und übertragbare Modelle für lebenswerte, klimaresiliente und sozial tragfähige Quartiere zu entwickeln.
Die Bundesstiftung Bauakademie wird eine Plattform für den Austausch und Dialog über die Zukunft des Bauens aufbauen, an dem die Akteur*innen des Bauwesens, der Wissenschaft, der Politik und der Kultur sowie die Öffentlichkeit aktiv teilnehmen können.
Im Fokus steht das Aufzeigen, Vermitteln und Erproben von guten Lösungen im virtuellen und realen Raum für die Praxis in der gesamten Wertschöpfungskette. Die Bundestiftung Bauakademie setzt Forschungsergebnisse prototypisch um. Sie unterstützt nachhaltige Konzepte der Aus- und Weiterbildung und involviert junge Generationen. Im Bereich der Politikberatung ist die Bundesstiftung Bauakademie von der Problemanalyse bis hin zur Lösungsimplementierung aktiv. Ziel ist die Unterstützung in der Umsetzung einer nachhaltigen Baupraxis. Die Bundesstiftung Bauakademie fühlt sich der Geschichte des Ortes und dem Quartier um das Bauakademie-Grundstück verpflichtet. Den nachfolgenden Generationen soll in einer Kinder- und Jugendakademie die Teilhabe und Mitgestaltung der Themenstellungen der Bauwende ermöglicht werden.