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Reduktion von CO2-Emissionen

Deutschlandweit ist der Gebäudebereich durch Neubau, Umbau und den Betrieb von Gebäuden (Stichwort: Lebenszyklusbetrachtung) für einen hohen Anteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Durch die Akteur*innen in der Wertschöpfungskette Bau kann somit ein erheblicher Beitrag zur CO2-Emissionsreduktion geleistet werden. Die Unternehmen wurden daher danach gefragt, welche Maßnahmen sie bereits im eigenen Betrieb umgesetzt haben, welche Maßnahmen sie im Rahmen von Bauprojekten planen und umsetzen und welche Hürden die Transformation derzeit behindern.

Reduktion von CO2-Emissionen - Reduktion von CO2-Emissionen

Reduktion von CO2-Emissionen

Reduktion von CO2-Emissionen - Kernaussagen der Onlinebefragung

Kernaussagen der Onlinebefragung

Bestandserhalt und Neubau

Bestandserhalt gilt als ein wesentlicher Beitrag zu ressourcen- und emissionsschonendem Planen und Bauen. Laut quantitativer Onlinebefragung sind die Kosten der Sanierung oder des Umbaus mitentscheidend für den Erhalt. Im Interview wurde daher nachgefragt, wie die Kosten für den Bestandserhalt reduziert werden können. Befragt wurden Interviewpartner*innen aus Architektur, Bauingenieurwesen, Bauindustrie, Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. Die Auswertung erfolgte als anonymisierte Zusammenfassung und berücksichtigt mehrfach genannte Aussagen und Muster. Bestandsgerechte Anforderungen Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass Bestandsgebäude in der Praxis häufig nach Maßstäben des Neubaus beurteilt werden. Als mögliche Ansatzpunkte werden Anpassungen z. B. auf Ebene der Landesbauordnungen genannt, etwa durch differenzierte Anforderungen für Bestandsgebäude oder durch die Möglichkeit fachlich begründeter Abweichungen. Einfach Bauen Damit in engem Zusammenhang stehend, sehen insbesondere interviewte Architekt*innen sowie Vertreter*innen des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes Strategien des „Einfachen Bauens“. Kosten können besonders dann reduziert werden, wenn Eingriffe auf das notwendige Maß begrenzt bleiben und möglichst viele bestehende Bauteile erhalten und weitergenutzt werden.  CO₂-Bilanzierung  Angesprochen wird in diesem Zusammenhang eine veränderte Bewertung im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes, da die sogenannte graue Energie — also die im Gebäude gebundene Energie sowie die Emissionen aus Abriss und Ersatzneubau — bislang nicht systematisch berücksichtigt wird. Auch mit Blick auf Förderinstrumente wird angeregt, Sanierungen stärker gegenüber Neubauten zu gewichten, indem graue Emissionen in die CO₂-Bewertung einfließen. Förderung und Steuerung In diesem Zusammenhang wird auf die Steuerungsfunktion der Kommunen verwiesen. Sie könnten Bestandserhalt aktiv unterstützen, indem sie ihn als strategisches Ziel in Leitbildern sowie Klima- und Stadtentwicklungskonzepten verankern und konsequent in Planungs- und Vergabeprozessen berücksichtigen.  Erprobung und Kommunikation Als motivations- und überzeugungsrelevant gelten laut Architekt*innen und Bauhauptgewerbe positive Referenz- und Pilotprojekte, die Machbarkeit und Vorteile von Bestandserhalt und ressourcenschonendem Bauen sichtbar machen. Diese sollten eine hohe Sichtbarkeit haben, etwa als zentrale Gebäude in größeren Städten, und nicht auf eine fachinterne Wirkung beschränkt bleiben.  Serielles Sanieren und Digitalisierung Auch der Digitalisierung wird ein Potenzial zur Kostenreduktion zugeschrieben. Digitale Aufmaße und Bestandsmodelle ermöglichen es, insbesondere die Unregelmäßigkeiten älterer Gebäude präzise zu erfassen und darauf aufbauend Bauteile effizient vorzufertigen. Frühe Bestands- und Schadensanalyse Als wichtigen Faktor zur Begrenzung von Kosten im Bestandserhalt nennen Befragte aus Architektur und Ausbaugewerbe eine frühzeitige und sorgfältige Bestands- und Schadensanalyse. So könnten etwa Schadstoffproblematiken frühzeitig erkannt und Verzögerungen im Bauablauf vermieden werden. In diesem Zusammenhang wird es als hilfreich beschrieben, wenn der Aufwand für entsprechende Analysen bereits in den frühen Leistungsphasen angemessen berücksichtigt und vergütet würde. Die ausführliche Zusammenfassung der Interviews finden Sie im PDF-Dokument.

Bestandserhalt und Neubau - Interview: Kostenreduktion im Bestandserhalt

Interview: Kostenreduktion im Bestandserhalt

Bestandserhalt und Neubau

Bei den befragten Unternehmen der Bauindustrie entfallen 39 % der Aufträge auf Bestandsprojekte. Bei allen anderen befragten Akteur*innen überwiegt der Anteil von Aufträgen im Bestandsbau mit durchschnittlich 66 % gegenüber Neubauprojekten. Besonders hoch ist dieser Anteil im Ausbaugewerbe: Dort betreffen 84 % der Aufträge Bestandsprojekte. Bezogen auf Projekte, bei denen zunächst über den Umgang mit einem vorhandenen Bestand zu entscheiden war, wird nach Angabe der befragten Architekt*innen und Ingenieur*innen in rund drei Viertel der Fälle für den Bestandserhalt entschieden. Zentrale Faktoren bei der Entscheidung zugunsten von Abriss und Neubau sind laut der Planer*innen die Kosten sowie die Wirtschaftlichkeit der Umsetzung regulatorischer Anforderungen, z. B. die energetische Ertüchtigung (60 %). Weitere häufig angeführte Gründe für eine Entscheidung zugunsten von Abriss und Neubau sind eine mangelhafte Bausubstanz / Haustechnik, Brandschutz, unvorhersehbare Risiken und die Nicht-Vereinbarkeit von Bestand und geplanter neuer Nutzung. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten eines Bestandserhalts und Umbaus sind neben den Kosten vor allem der explizite Wunsch der Bauherr*innen, den Bestand zu erhalten, aber auch der Denkmalschutz und das städtebauliche Erhaltungsrecht sowie, insbesondere nach Aussage der befragten Architekt*innen, das Ziel, Ressourcen einzusparen. Alle konkreten Fragen und Statistiken zu Antworten finden Sie im PDF-Dokument und auf dem Miroboard.