Biodiversität im öffentlichen Grün
Charlottenburg Wilmersdorf verfügt über zahlreiche Parks, Grünanlagen, Straßenbäume, Friedhöfe und kleinere Freiflächen. Insgesamt prägt das öffentliche Grün rund 11 Prozent der Bezirksfläche und ist damit nicht nur Erholungsraum, sondern auch wichtiger Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Insekten.
Mit dem Biodiversitätsbericht zeigt der Bezirk, wie öffentliche Grünflächen naturnäher gepflegt und ökologisch weiterentwickelt werden. Dazu gehören artenreiche Wiesen, Staudenpflanzungen, heimische Wildpflanzen, eine angepasste Mahd und eine Pflege, die stärker auf Lebensräume und Jahreszeiten achtet. So wird Stadtgrün widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen. Gleichzeitig entstehen mehr Blütenangebote, Rückzugsräume und Nahrung für Insekten und Vögel. Als bislang einziger Berliner Bezirk wurde Charlottenburg Wilmersdorf mit dem Label „StadtGrün naturnah“ des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.
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Ziel ist es, robuste Baumarten und geeignete Herkünfte zu verwenden, die mit Hitze, Trockenheit und schwierigen Stadtstandorten besser umgehen können.
Klimaanpassung, Biodiversität, Stadtgrün und Aufenthaltsqualität beginnen mit gut ausgebildeten Fachkräften. Der Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf bildet deshalb in den grünen Berufen aus.
Dazu gehören die Ausbildung im Garten und Landschaftsbau sowie die Ausbildung im Zierpflanzenbau.
Im Garten- und Landschaftsbau geht es um den Bau, die Pflege und die Entwicklung von Grünanlagen, Wegen, Pflanzflächen und öffentlichen Freiräumen. Im Zierpflanzenbau lernen Auszubildende den gesamten Weg einer Pflanze kennen, von der Vermehrung über die Kultur im Gewächshaus und Freiland bis zur späteren Verwendung im Bezirk. Wer hier lernt, arbeitet aktiv an einer klimaangepassten, grünen und lebenswerten Stadt mit. Die Auszubildenden erwerben praktische Kenntnisse zu Pflanzen, Technik, Pflege und Gestaltung und leisten einen direkten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des öffentlichen Grüns.
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Im Volkspark Jungfernheide befindet sich die bezirkliche Baumschule des Grünflächenamtes. Sie ist historisch Teil der Parkanlage und wird bis heute als Vorhaltebetrieb für Pflanzen, Ausbildungsstandort und Kompostierungsfläche genutzt. Sie ist die letzte kommunale Baumschule Berlins!
Aktuell gewinnt die Baumschule im Rahmen der Klimaanpassung eine neue Bedeutung.
Hier werden Klimabäume und andere Gehölze für Charlottenburg Wilmersdorf herangezogen. Ziel ist es, robuste Baumarten und geeignete Herkünfte zu verwenden, die mit Hitze, Trockenheit und schwierigen Stadtstandorten besser umgehen können. Die eigene Baumschule macht den Bezirk unabhängiger von kurzfristigen Lieferengpässen und ermöglicht es, Gehölze gezielt für die Anforderungen des öffentlichen Grüns vorzubereiten. So entsteht ein praktischer Baustein für mehr Stadtgrün, mehr Schatten und eine klimaresilientere Entwicklung der Straßen, Plätze und Grünanlagen.
Die Bezirksgärtnerei Charlottenburg Wilmersdorf liegt am Königsweg im Grunewald. Sie wurde 1969 auf dem Gelände der früheren Tiergarten Baumschule eröffnet und ist heute die letzte bezirkseigene Gärtnerei Berlins. Auf rund 20.000 Quadratmetern Betriebsfläche befinden sich etwa 6.000 Quadratmeter Gewächshausfläche, 5.000 Quadratmeter Kulturfreilandfläche und eine Schattenhalle.
Jährlich werden hier rund 350.000 Pflanzen produziert. Dazu gehören Frühjahrsblüher, Sommerpflanzen, Herbstpflanzen, Topfpflanzen und seit 2021 auch gebietseigene Wildstauden.
Der Bezirk ist damit deutschlandweit die erste Kommune, die heimische Wildstauden in großer Stückzahl selbst produziert und verwendet. Durch kurze Transportwege, eigene Komposte und biologische Pflanzenschutzverfahren kann der Bezirk Pflanzen gezielt und ressourcenschonend für die Anforderungen des öffentlichen Grüns bereitstellen. Weitere Informationen finden Sie hier.
Klimaanpassung braucht gute Datengrundlagen. Hitze, Trockenheit, Starkregen und versiegelte Flächen wirken sich im Stadtgebiet nicht überall gleich aus. Digitale Werkzeuge helfen dabei, belastete Orte besser zu erkennen und geeignete Maßnahmen gezielter zu planen. Mit dem ClimateTOOL können Szenarien der Regenwasserbewirtschaftung und blaugrünen Infrastruktur betrachtet werden.
Dadurch lassen sich mögliche Wirkungen von Maßnahmen, zum Beispiel Kühlung, Verdunstung, Beschattung oder Pflegeaufwand, besser einschätzen.
Das Tool wurde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin und weiteren Partnern entwickelt und ist im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bereits im Einsatz. Auch KlApT, das Klimaanpassungstool unterstützt die Analyse von Klimaanpassungsmaßnahmen auf bezirklicher Ebene. Insbesondere Entsiegelungs- und Anpassungspotenziale im Straßennebenraum werden betrachtet und bereits in der Planung eingesetzt. So werden digitale Werkzeuge zu einer Grundlage für konkrete Maßnahmen vor Ort.
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