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Aktuelles

Transformationsdialog „Souveräne KI“: Wie gelingt digitale Handlungsfähigkeit im Bauwesen?

Künstliche Intelligenz ist längst im Planen, Bauen und Betreiben angekommen. Doch die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern unter welchen Voraussetzungen sie sinnvoll, verantwortungsvoll und souverän genutzt werden kann.

Beim aktuellen Transformationsdialog der Bundesstiftung Bauakademie diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Kommunen, Wissenschaft und Praxis genau diese Fragestellungen. Im Mittelpunkt standen Daten, Standards, digitale Infrastrukturen und Governance-Strukturen als Grundlage für den erfolgreichen Einsatz von KI.

Unser Rückschau-Video ist schon bald auf unserem YouTube-Kanal verfügbar.

Digitalisierung ist da – ihr Potenzial wird jedoch noch nicht ausgeschöpft

Aus dem Transformationsbarometer Bauwirtschaft 2025/26 wird deutlich:

  • Digitalisierung ist in der Bauwirtschaft etabliert.
  • 55 % der befragten Unternehmen nutzen bereits KI.
  • Der Einsatz erfolgt bisher überwiegend für Recherche- und Kommunikationsaufgaben.
  • Drei Viertel der Unternehmen sehen weiterhin erheblichen Qualifizierungsbedarf.
  • Fehlende Standards, mangelnde Datenverfügbarkeit und unzureichende Schnittstellen bremsen die Entwicklung.

Souveränität beginnt nicht bei der KI

Einen zentralen Impuls setzte Annalena Meiners von Civitas Connect. Ihre These:

„Souveräne KI beginnt nicht mit der KI, sondern mit den Voraussetzungen darunter.“

Nur wenn Daten standardisiert, zugänglich und interoperabel organisiert sind, können KI-Anwendungen langfristig wirksam eingesetzt werden. Offene Datenstrukturen, Governance-Modelle und digitale Infrastrukturen bilden dabei die Grundlage für echte digitale Handlungsfähigkeit.

Standards als Schlüssel zur digitalen Bauwelt

Weitere Beiträge zeigten, wie digitale Bauantragsverfahren, BIM-Modelle, digitale Zwillinge und standardisierte Datenmodelle die Grundlage für automatisierte Prozesse schaffen können.

Besonders deutlich wurde:

  • KI ersetzt Standards nicht.
  • KI funktioniert nur dort zuverlässig, wo hochwertige und strukturierte Daten verfügbar sind.
  • Interoperabilität zwischen Akteuren, Systemen und Plattformen bleibt die zentrale Herausforderung.

Praxisbeispiele aus Verwaltung und Wohnungswirtschaft

Spannende Einblicke kamen aus der öffentlichen Verwaltung und der Wohnungswirtschaft:

  • Das Projekt „Kimberly“ demonstrierte Möglichkeiten KI-gestützter Vorprüfungen im Baugenehmigungsverfahren.
  • Vonovia zeigte, wie digitale Modelle und KI künftig Biodiversitätsmanagement, Klimaresilienz und Flächenbewirtschaftung unterstützen können.
  • Sensorik, digitale Zwillinge und KI-gestützte Analysen eröffnen neue Wege für den nachhaltigen Betrieb von Gebäuden und Freianlagen.

Das Fazit des Abends

Souveräne KI entsteht nicht allein durch neue Technologien.

Sie braucht:

  • verlässliche Daten,
  • gemeinsame Standards,
  • interoperable Systeme,
  • klare Verantwortlichkeiten,
  • und Menschen, die Entscheidungen weiterhin verantworten.

Die Zukunft des Bauwesens wird digital sein. Die entscheidende Aufgabe besteht darin, diese Digitalisierung verantwortungsvoll, transparent und handlungsfähig zu gestalten.