Programmwettbewerb 2018 – Wiedererrichtung der Bauakademie

Anlass und Ziel

Mit der zukünftigen Bauakademie will das Bauministerium einen Ort schaffen, an dem sich die verschiedenen Aspekte des nachhaltigen Planens und Bauens und der Stadtentwicklung anschaulich darstellen lassen. Darüber hinaus soll das Bauwerk auch Raum für eine lebhafte gesellschaftliche Diskussion bieten. Die Bauakademie soll zentraler Treffpunkt, Ausstellungsplattform und Werkstatt in Einem sein. Ihre Aufgabe wird sein, im Netzwerk mit bestehenden Berliner und bundesweiten Institutionen bei der Vermittlung von Architektur und Urbanismus national und international zu wirken.

Die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate sollen im Gebäude ermöglicht werden, um aktuellen Themen aus Architektur und Bauen, Städtebau und Stadtentwicklung den passenden Rahmen zu geben. Die Bauakademie soll zugleich ein öffentliches Schaufenster für die hiesige interdisziplinäre Forschung und Lehre sowie für das Handwerk sein, das im Netzwerk internationaler Institutionen eine eigenständige Position im Geiste Schinkels einnimmt. Anzustreben ist eine interdisziplinäre Baukultur, die Innovationen zum Bauen in die Gesellschaft trägt. Als solche Repräsentanz ist die Bestimmung der Bauakademie, neben dem Fachpublikum die breite Öffentlichkeit, insbesondere auch Kinder und Jugendliche anzusprechen.

Die herausragende Lage in der deutschen Hauptstadt in direkter Nachbarschaft zum Humboldt Forum im Berliner Schloss und zur Museumsinsel bietet die Chance, die zukünftige Bauakademie zu einem Anziehungspunkt für Bürger und Touristen zu etablieren, die sich umfassend für Aspekte des Bauens interessieren. Einer Öffnung des Gebäudes in den Stadtraum kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu.

Um das Profil der zukünftigen neuen Bauakademie zu schärfen und die mannigfaltigen Ansprüche zu sondieren, die zuvor in drei öffentlichen Foren verhandelt worden sind, wurde im ersten Schritt ein Programmwettbewerb ausgelobt. In diesem bewusst sehr offen gehaltenen Verfahren stand nicht die architektonische Gestalt im Mittelpunkt. Das Motto „So viel Schinkel wie möglich“ sollte vielmehr Ansporn sein, unter Einbeziehung von Forschung, Planung, Bauen, Handwerk und Bildung fachübergreifend unterschiedlichste Nutzungskonzepte zu untersuchen und darzustellen. Die Auslobung des Programmwettbewerbs richtete sich an Ausstellungs-, Veranstaltungs- oder Kulturmanager sowie Architekten und Ingenieure aller Fachrichtungen gleichermaßen. Das Bilden interdisziplinärer Teams wurde empfohlen.

Auslober und Koordinator

Der Auslober des Programmwettbewerbs war die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bauministerium, dieses wiederum vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Im dort für Wettbewerbe zuständigen Referat A 2 oblagen die Koordination und Durchführung des Verfahrens Beate Hückelheim-Kaune (Referatsleitung) und Michael Kasiske (Projektleitung).

Verfahren

Mit diesem Verfahren wurde erstmals ein Programmwettbewerb durchgeführt. Sein Gegenstand war die Entwicklung programmatischer Konzepte zur Nutzung der wiedererrichteten Bauakademie und deren Betrieb an ihrem ursprünglichen Standort in Berlin-Mitte. Der Wettbewerb war international und offen ausgeschrieben. Das Verfahren wurde am 22. September 2017 gestartet. Insgesamt haben 78 Teilnehmerteams Beiträge zu dem Programmwettbewerb anonym eingereicht, von denen 63 in Deutschland und 15 im Ausland ansässig sind.

Das Preisgericht tagte am 3. Mai 2018 und wählte aus 78 eingereichten Wettbewerbsarbeiten fünf gleichwertige Preise sowie fünf Anerkennungen aus.

Preisträger

Ulrich Müller / Architektur Galerie Berlin AFF Architekten, Berlin
Entwurfsverfasser: Ulrich Müller; Sven Fröhlich, Martin Fröhlich

mm+ / merz merz, Berlin
Entwurfsverfasser: HG Merz

limited edition architecture, Berlin
Entwurfsverfasserin: Beate Engelhorn

Dreher Architekt, Berlin
Entwurfsverfasser: Dr. Clemens Dreher

studioeuropa, München
Fopp Zaugg, Zürich
Entwurfsverfasser: Sophie Rainer, Julian Chiellino, Hannah Knoop, Mark Ehmann; Damian Fopp, Severin Zaugg

Ulrich Müller / Architektur Galerie Berlin AFF Architekten, Berlin

limited edition architecture, Berlin

studioeuropa, München
Fopp Zaugg, Zürich

mm+ / merz merz, Berlin

Dreher Architekt, Berlin

Anerkennungen

Schlotmann Architekten, Düsseldorf
Entwurfsverfasser: Matthias Schlotmann

Frank Görge Architektur Stadt Landschaft, Hamburg
Entwurfsverfasser: Frank Görge

FAR frohn & rojas, Berlin
Entwurfsverfasser: Marc Frohn

Wilfried Kuehn im IZK – Technische Universität Graz, Graz
Entwurfsverfasser: Wilfried Kuehn

Götz Architekten, Berlin
Entwurfsverfasser: Werner Rudolf Götz

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung.