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Aktuelles

TiD 16 | Design & Demokratie – Wie kann öffentlicher Raum den sozialen Zusammenhalt stärken? – Rückschau

Beim 16. Transformationsdialog der Bundesstiftung Bauakademie am 22.04.2026 zum Thema „Design & Demokratie – Wie kann öffentlicher Raum den sozialen Zusammenhalt stärken?“ wurde deutlich: Öffentlicher Raum ist weit mehr als „Zwischenraum“ – er ist soziale Infrastruktur. Hier entscheidet sich, wie Menschen einander begegnen, wie Konflikte ausgehandelt werden und wie Zusammenhalt im Alltag gelebt werden kann. 

Was sollten sie also leisten, wer entscheidet darüber und wie werden unterschiedliche Ansprüche ausgehandelt? 

Anhand der Studie „Mensch im Mittelpunkt“ erläuterte Leon Legeland, Senior Project Manager bei Gehl in Kopenhagen, dass ein Verständnis von Nutzer*innen und ihren Bedarfen fundamentale Voraussetzung für die Gestaltung öffentlicher Räume ist. Er zeigte, wie Gehl die Qualität öffentlicher Freiräume erhebt, und was es braucht, damit möglichst alle Menschen an diesen Orten Schutz, Komfort und Freude empfinden.

Barbara Willecke, Geschäftsführerin des Büros Planungsfreiraum in Berlin, zeigte eindrücklich, wie soziale Brennpunkte durch Freiraumgestaltung zu leistungsstarken öffentlichen Räumen werden können. Anhand von zwei Projekten aus Berlin zeigte sie wie verwahrloste Plätze durch aufsuchende Teilhabe und verständliche Gestaltungsprinzipien in attraktive und lebendige Orte verwandelt wurden. Ihr Fazit: An sozialen Brennpunkten sind meist nicht die Menschen das Problem, sondern die Gestaltung der Räume. 

Lisa Marie Zander, Gründerin des Mikropol in Hamburg, erzählte, wie ein verlassener Ort auf einer Verkehrsinsel in Hamburg durch die Initiative einer lokalen Gemeinschaft in einen lebendigen Nachbarschaftstreff umgewandelt wurde. Sie zeigte dadurch, dass Stadtbewohner*innen bereit sind, Räume im Sinne des Allgemeinwohls zu aktivieren und verantwortungsvoll zu betreiben. Sie appellierte an die Verwaltung, bürgerschaftliches Engagement als Mehrwert zu begreifen und entsprechend zu fördern.

Isabel Strehle, Architektin und Regierungsbaumeisterin aus München, brachte ihre Perspektive aus der Verwaltung ein. Sie betonte, dass die Umwandlung von Straßenräumen in Freiräume im Rahmen des Münchner Plans „Altstadt für alle“ nur mit politischem Rückhalt und durch die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft funktioniert hätte. 

 

Die wichtigsten Erkenntnisse des TiDs waren:
 

  • Soziale Infrastruktur ist kritische Infrastruktur!
  • Funktionierende öffentliche Räume wirken als Orte der Begegnung, des Austauschs und des Miteinanders – und damit als Grundlage demokratischer Kultur.
  • Leistungsstarke öffentliche Räume entstehen nicht aus Gestaltung allein, sondern aus dem Verständnis realer Nutzungen und Bedürfnisse.
  • Um die Bedürfnisse einer vielfältigen Gesellschaft widerzuspiegeln, braucht es inklusive, partizipative Planungsprozesse

Wer Räume für Menschen gestaltet, muss also zuerst das Leben in diesen Räumen verstehen. Erst wenn Bedürfnisse, Alltagspraktiken und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden, können Orte entstehen, die von vielen genutzt und getragen werden. 

 
 

Die Begrüßung erfolgte durch: 

Dr. Elena Wiezorek, Direktorin Bundesstiftung Bauakademie 

Moderiert wurde der Abend von: 

Dr. Leslie Quitzow, Transformationsmanagerin Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft

 

Zeitnah wird die Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht werden.